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Sentry DSGVO-konform einsetzen

Sentry (sentry.io) sammelt clientseitige und serverseitige Fehlermeldungen mit Stack Trace, URL, Browser, teils IP-Adresse und — je nach Konfiguration — Session-Replays und Nutzereingaben. Die Standard-Cloud läuft in den USA.

Sentry wird oft als „reines Entwicklerwerkzeug“ eingestuft und datenschutzrechtlich übersehen. Tatsächlich verarbeitet ein Standard-Setup regelmäßig personenbezogene Daten: Die IP-Adresse wird als Standardattribut erfasst, Breadcrumbs protokollieren Klickpfade und teils Eingaben, und wenn eine User-ID gesetzt ist, sind die Fehler einer Person zuordenbar. Das ist zulässig, aber nur mit Rechtsgrundlage, AVV und Transferabsicherung.

Der größte Hebel ist die Konfiguration des SDK. Die Option sendDefaultPii steuert, ob IP-Adresse und weitere Identifikatoren automatisch mitgesendet werden — auf false gesetzt, reduziert das den Personenbezug erheblich. Zusätzlich lässt sich serverseitig ein „Data Scrubbing“ aktivieren, das Muster wie E-Mail-Adressen, Kreditkartennummern oder benannte Felder aus den Events entfernt, bevor sie gespeichert werden.

Session-Replay ist eine eigene Kategorie: Es zeichnet die Interaktion der Nutzer:innen mit der Seite auf, vergleichbar mit Hotjar oder Microsoft Clarity, und ist damit klar einwilligungspflichtig. Wer Replay nutzt, sollte es an das Consent-Tool koppeln, die Maskierung auf das Maximum stellen und in der Datenschutzerklärung gesondert erwähnen. Für den US-Transfer bietet Sentry inzwischen eine EU-Data-Residency-Option, die den Transfer vermeidet.

Ist das ein Risiko?

Das Sentry-Browser-SDK lädt beim Seitenaufruf und kann bei einem Fehler Daten übertragen, die personenbezogen sind (IP, User-ID, eingegebene Formularwerte im Breadcrumb-/Replay-Kontext). Für nicht zwingend erforderliche Zugriffe auf das Endgerät gilt § 25 Abs. 1 TDDDG; Session-Replay ist klar einwilligungspflichtig. Für die Verarbeitung braucht es eine Rechtsgrundlage (meist berechtigtes Interesse an Stabilität, Art. 6 Abs. 1 lit. f), einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit Functional Software Inc. und eine Transfergrundlage für die USA.

Was du tun kannst

Häufige Fragen

Ist Sentry ohne Einwilligung erlaubt?
Das reine Error-Tracking (ohne Session-Replay, mit sendDefaultPii=false) lässt sich in vielen Fällen auf ein berechtigtes Interesse an der Stabilität des Dienstes stützen. Session-Replay dagegen ist einwilligungspflichtig.
Brauche ich einen Auftragsverarbeitungsvertrag für Sentry?
Ja. Functional Software Inc. verarbeitet die Fehlerdaten in deinem Auftrag. Das Data Processing Addendum gilt mit Annahme der Bedingungen und sollte dokumentiert werden.
Wie vermeide ich den USA-Transfer?
Sentry bietet eine EU-Region mit Data Residency in der EU; alternativ lässt sich Sentry selbst hosten. Beides hält die Fehlerdaten innerhalb der EU.
Welche Daten sammelt Sentry standardmäßig?
Stack Trace, betroffene URL, Browser und Betriebssystem, Release-Version, Breadcrumbs (Klick- und Navigationsverlauf) und — sofern nicht deaktiviert — die IP-Adresse sowie eine gesetzte User-ID.

Wie consentglass hilft

Der kostenlose Scan prüft das ausgelieferte HTML und zeigt, welche Dienste eingebunden sind, ob ein Cookie-Banner erkannt wird und ob Datenschutz- und Impressum-Link vorhanden sind — mit Einordnung je Fund. Er ersetzt keine Rechtsberatung.

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Dieser Text ist eine allgemeine Information nach bestem Wissen, kein Rechtsrat. Für den Einzelfall eine auf IT-Recht spezialisierte Kanzlei hinzuziehen.